Vor(ur)teile von Open Source Software

Was sind eigentlich die Vor(ur)teile von Open Source Software gegenüber proprietärer Software? Hier haben wir die häufigsten Zusammengefasst und differenziert.

Open Source Software begegnet uns heute überall – oft, ohne dass wir es merken. Viele zentrale Technologien, auf denen unser digitaler Alltag basiert, sind offen entwickelt und frei verfügbar. Und doch begegnen uns im Gespräch mit Entscheider:innen, Kolleg:innen oder in öffentlichen Diskussionen immer wieder dieselben Vorurteile: „unsicher“, „kompliziert“, schlechte Usability“.

Zeit also, genauer hinzusehen. Denn hinter Open Source stehen nicht nur Werte wie Transparenz, Teilhabe und Gemeinwohl, sondern auch ganz handfeste Vorteile: Sicherheit, Qualität, Langfristigkeit und Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig lohnt es sich, mit verbreiteten Mythen aufzuräumen – und zu zeigen, warum diese in der Praxis oft nicht haltbar sind.

aktualisiert: Dokument in tabellarischer Darstellung ergänzt

AspektVorurteilRealität
Sicherheit„Weil der Code offen zugänglich ist, können Sicherheitslücken leichter ausgenutzt werden. Open Source Anwendungen sind deshalb unsicherer.“Gerade die Offenheit des Codes sorgt für Peer Reviews, schnelle Fehlerdokumentation, zielgerichtete Bugfixes und langfristig stabile Software.
Qualität„Open Source Projekte sind meist Basteleien von Einzelpersonen“Prominente Projekte (z. B. Linux Kernel, Apache Webserver, PostgreSQL) sind seit Jahrzehnten unverzichtbar in kritischen Anwendungsbereichen.
Langfristigkeit„Das Projekt kann jederzeit verschwinden“Selbst wenn Projekte enden, bleibt der Code frei verfügbar und kann von Communities geforkt und weiterentwickelt werden.
Support„Open Source Software bietet keinen Support. Wenn etwas nicht funktioniert, bist du auf dich allein gestellt.“Große Open Source Projekte bieten neben aktiven Foren oft professionellen Support – nicht selten ist das ihr Geschäftsmodell. Communities reagieren häufig schneller als proprietäre Anbieter.
Usability„Open Source Software ist was für Nerds und sieht aus wie aus den 90ern.“Viele Open Source Produkte verfügen heute über moderne, nutzungsfreundliche Interfaces (z. B. Linux-Distributionen, Firefox, Thunderbird, Nextcloud, WordPress, Signal).
Innovation„Open Source hängt hinterher. Innovation kommt nur von Big Tech.“Viele zentrale Innovationen basieren direkt auf Open Source, z. B. Containerisierung (Docker, Kubernetes), KI-Frameworks (TensorFlow, PyTorch) oder fundamentale Webtechnologien.
Wirtschaftlichkeit„Mit Open Source lässt sich kein Geld verdienen. Deshalb müssen Open Source Produkte den kommerziellen Angeboten unterlegen sein.“Eine Open Source Lizenz schließt wirtschaftlichen Erfolg nicht aus. Geschäftsmodelle entstehen rund um das Produkt (z. B. Red Hat, WordPress-Ökosystem, Nextcloud, Android). 90 % der Cloud-Server laufen auf Open Source.
Kosten / Migration„Die initialen Kosten für die Migration einer bestehenden Infrastruktur auf Open Source Komponenten sind zu hoch.“Hohe Migrationskosten entstehen meist durch vorherige Lock-In-Effekte. Langfristig führen Open Source Lösungen zu geringeren Betriebskosten, mehr Unabhängigkeit und größerer Flexibilität.

Möchten Sie in Zukunft über solche und ähnliche Beiträge informiert bleiben?
Melden Sie Sie sich unverbindlich für unseren kostenfreien Newsletter an und erhalten zwei Mal im Monat die aktuellen Themen gesammelt per Mail.

Sie finden uns auch auf Mastodon:Logo des Open Source Tools MastodonmakeITsocial@digitalcourage

zur Anmeldung

Andere Beiträge

Da sich die Themenauswahl auf diesem Portal daran orientiert, welche Inhalte uns in unserer täglichen Arbeit begegnen und was Menschen zur Verfügung stellen, lohnt sich die Anmeldung im Newsletter, um etwa zwei Mal im Monat eine Liste der neuesten Inhalte zugeschickt zu bekommen. 

Absolut unverbindlich und jederzeit wieder abbestellbar :)

Jetzt zum Newsletter anmelden

Zum Inhalt springen