Social-Media-Verbot in Frankreich: EU-Kommission bremst Macron

Einzelne EU-Staaten dürfen Plattformen wie TikTok derzeit nicht zu Alterskontrollen verpflichten, betont die EU-Kommission. Das könnte nationale Social-Media-Verbote zur Luftnummer machen. Unter anderem Frankreich und Österreich preschen mit eigenen Gesetzen voran.

Keine soziale Medien unter 15 Jahren, darauf hat sich das französische Parlament jüngst geeinigt. Aber bei der Durchsetzung gibt es einen Haken: Frankreich darf Plattformen nicht zu Alterskontrollen verpflichten, zumindest nicht nach aktueller Rechtslage. Das betont die EU-Kommission in einer Stellungnahme vom 8. Juli, die auch auf Deutsch zu lesen ist.

Der Grund ist das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA), das bei der Regulierung von Plattformen Vorrang vor nationalen Gesetzen hat. So sieht der DSA nicht vor, dass einzelne Mitgliedstaaten noch strengere Pflichten für Plattformbetreiber einführen. Alterskontrollen sind laut DSA bloß eine von mehreren möglichen Maßnahmen für Plattformen, um junge Menschen besser zu schützen.

Hinzu kommt, dass Frankreich nach dem DSA für soziale Medien wie TikTok und Instagram nicht zuständig ist. Als „sehr große Plattformen“ fallen sie unter die Aufsicht der EU-Kommission.

Anlass der Stellungnahme ist das sogenannte Notifizierungsverfahren. Einfach ausgedrückt sagen Mitgliedstaaten Bescheid, welche neuen Vorschriften sie schaffen wollen. Nach einer Prüfung kann die EU-Kommission Einwände erheben, wenn sie Konflikte mit EU-Recht sieht, etwa „für den freien Verkehr von Diensten der Informationsgesellschaft“. […]

Möchten Sie in Zukunft über solche und ähnliche Beiträge informiert bleiben?
Melden Sie Sie sich unverbindlich für unseren kostenfreien Newsletter an und erhalten zwei Mal im Monat die aktuellen Themen gesammelt per Mail.

Sie finden uns auch auf Mastodon:Logo des Open Source Tools MastodonmakeITsocial@digitalcourage

zur Anmeldung

Andere Beiträge

Da sich die Themenauswahl auf diesem Portal daran orientiert, welche Inhalte uns in unserer täglichen Arbeit begegnen und was Menschen zur Verfügung stellen, lohnt sich die Anmeldung im Newsletter, um etwa zwei Mal im Monat eine Liste der neuesten Inhalte zugeschickt zu bekommen. 

Absolut unverbindlich und jederzeit wieder abbestellbar :)

Jetzt zum Newsletter anmelden

Zum Inhalt springen