Nachruf der Redaktion makeITsocial
In meinem Studium hatte ich das außerordentliche Privileg von Silvia Staub-Bernasconi lernen zu dürfen. Als Student ist sie mir eine bereichernde Wegbegleiterin und eine lebendige Forschungsquelle; persönlich eine Inspiration gewesen, zu der ich noch heute aufsehe.
Einen Eindruck von ihrem unschätzbaren Einfluss, ihre Art, soziale Arbeit zu denken – konsequent, streitbar und nie bequem, wurde mir ersichtlich durch die schiere Präsenz ihrer Schriften in zahlreichen Seminaren. Sie hat mich in meiner eigenen Haltung außerdem weit über das Studium hinaus geprägt.
Wer einmal mit ihren Texten gerungen hat, dem begegnet ihre Stimme seither in vielen fachlichen Fragen wieder. Ihre Idee, die Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession zu denken, ist meiner Überzeugung nach heute, in einer digitalisierten Welt, möglicherweise noch relevanter und verdient es, weiter- und neu gedacht zu werden.
So möchten wir uns dem Nachruf von Beat Schmocker auf sozial.de anschließen und ihrer professionsprägenden Haltung und Hingabe respektvoll erinnern. Wenige haben der Sozialen Arbeit eine so klare, menschenrechtlich fundierte Stimme gegeben – und wenige haben so hartnäckig dafür gekämpft, dass diese Stimme auch Gehör findet.
Wir wollen ihr professionelles Erbe nicht nur in der Theorie würdigen, sondern versuchen es auch weiterhin in unserem eigenen Handeln weiterzutragen.
Philipp Fode